Empower Us team: My work as a self-advocate

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Oswald Föllerer from Austria is part of our Empower Us team. Oswald is a very experienced and active self-advocate. Read more about his work below in English or German.

My name is Oswald Föllerer. I am 63 years old, I live in Vienna and I have two children. I like to do judo and play darts.

I am part of the Inclusion International Empower Us team.

For the last 9 years I have worked in the field of self-advocacy for people with learning difficulties. I do political work, networking and public relations.

For the last 5 years I have worked in a centre for self-advocacy which I also helped to establish. I really stood up for the centre a lot and worked hard for it. I want to tell you a little bit more about my work.

What are my biggest achievements as a self-advocate?

13 years ago I started fighting for an independent self-advocacy centre in Vienna. We had a very hard time talking with politicians. For a long time it was not sure if we could set up the centre. I kept working to make it happen.

We also needed an agency we could work with to help us realise our project. After a long search we found the WUK-Vienna which is a socio-cultural centre that runs a lot of projects.

Since 2014 we have been working with a core team of 4 self-advocates in our self-advocacy centre. Every Person who is in the core team works on a different issue because we all have different strengths.

The self-advocating centre is for sure one of the biggest achievements in my life!

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Because I worked so hard and stood up for the self-advocacy centre so persistently I received the award for humanity, the golden heart, of the city of Vienna.

Another big achievement was the equal-chances-law, which we worked on in 2011 together with politicians and people from different organisations. This law makes sure that people with disabilities have a voice in concern of various facilities they work and live in.

Another big step for Austrian self-advocacy was the adult-protection-law. This law makes sure people can make their own decisions and guarantees independence of people with disabilities. For four years I was working on this law. Now the law is also available in an easy to read version!

Why am I part of Empower-Us Team?

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I am a part of Empower-Us because of my belief that countries should support each other on their way to self-advocacy. It is very important to communicate about good and bad ways of self-advocacy.

International self-advocacy is a very interesting and exciting field!

In Brussels at the Inclusion Europe conference I first heard of Empower-Us and the Action Team. Because of my long experience in the field of self-advocacy I was asked to join Empower-Us. I am very happy about that and I enjoy my work at Empower-Us because it is very exciting and a new challenge.

What am I working on lately?

The Network for Self-Advocacy in Austria has met for 4 Days in Matrei in Tyrol. 122 self-advocates and their supporters took part in the meeting. There were participants from Austria, Germany and Switzerland. We worked in groups on different important topics. My group planned a demonstration about what self-advocates want and need which we took to the streets of Tyrol. For the demonstration we made signs. On there we wrote our political calls:

  • We want wage instead of pocket money

  • Children shouldn’t be taking away from their families just because their parents have learning difficulties. People with learning difficulties can also be good parents!

  • We are against the plan of our government to cut the social support!

  • We want good support for everyone!

  • We want to stop discriminating actions concerning people with disabilities!

The demonstration went very well. Many people noticed us an I hope that they got excited about self-advocacy!

In November, my colleagues and I have been to Cambridge. There we were meeting self-advocates from Croatia, Spain, England and Czech Republic.

There we were working on an EU-Erasmus project. The next year in April we will meet in Croatia and from the 8 th to the 12 th September there will be the last meeting of this project in Vienna.

What are my wishes for the future?

For the future I hope that there are major political changes. I want people with disabilities to have the same rights and that they are able to live the lives that they want and decide on.

We need more support, so that we can do proper international networking. For the international self-advocacy it is very important, that there is enough financial support. Having enough money is a very big problem for many self-advocacy organisations and this means a drawback for international self-advocacy. This also means a drawback for inclusion.

For the future I also wish that politicians take inclusion in the educational system seriously. This is the only way inclusion can work in our daily lives.

Empower Us-Team: Meine Arbeit als Selbstvertreter

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Ich bin Oswald Föllerer. Ich bin 63 Jahre alt, wohne in Wien und habe 2 Kinder. Ich mache Judo und spiele gerne Darts.

Ich arbeite seit 9 Jahren in der unabhängigen Selbstvertretung für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Ich mache politische Arbeit, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit. Ich bin seit 5 Jahren im Selbstvertretungszentrum in Wien und habe das mitaufgebaut. Ich habe mich dabei sehr für das Zentrum eingesetzt. Ich würde euch hier gerne mehr über mich und meine Arbeit erzählen:

Was sind meine größten Errungenschaften?

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Das Selbstvertretungszentrum ist auf jeden Fall meine größte Errungenschaft als Selbstvertreter. Vor 13 Jahren habe ich angefangen für ein unabhängiges Selbstvertreterzentrum zu kämpfen. Es war nicht leicht für uns mit der Politik zu verhandeln. Es war sehr lange nicht klar, ob wir überhaupt ein Zentrum aufbauen können. Ich bin aber hartnäckig geblieben.

Wir brauchten auch einen Träger (eine Organisation) mit dem wir das Projekt umsetzen konnten. Nach langem Suchen haben wir das Werkstätten- & Kultur Haus, das WUK gefunden.

Seit 2014 Jahren gibt es jetzt das unabhängige Selbstvertreterzentrum in Wien. Dort arbeiten 4 Selbstvertreter und Selbstvertreterinnen in verschiedenen Bereichen. Wir haben auch alle verschiedene Stärken.

Weil ich so sehr für das Zentrum gekämpft habe und so hartnäckig bin, habe ich einen Preis für Menschlichkeit, das goldene Herz von der Stadt Wien bekommen.

Weitere wichtige Errungenschaften in meinem Leben sind 2 Gesetze an denen ich mitgearbeitet habe. 2011 habe ich mit verschiedenen Organisationen und Politikern am Wiener Chancengleichheitsgesetz gearbeitet. Das Gesetz soll für Menschen mit Behinderung Mitspracherecht in verschiedenen Einrichtungen sichern.

Ebenso ein großer Schritt für die österreichische Selbstvertretung ist das Erwachsenenschutzgesetz. Das ist ein Gesetz, was Selbstbestimmung und Unabhängigkeit im Leben von Menschen mit Behinderung sichern soll. Ich habe viereinhalb Jahre an diesem Gesetz mitgearbeitet. Jetzt ist das Gesetzesbuch auch in leichter Sprache zu erhalten!

Wie bin ich Teil von Empower-Us geworden?

Ich bin Teil von Empower-Us, weil ich daran glaube, dass sich alle Länder bei der Selbstvertretung gegenseitig unterstützen können. Es ist wichtig, dabei vernetzt zu sein und sich darüber auszutauschen wie Selbstvertretung funktionieren kann.

Internationale Selbstvertretung ist ein sehr spannendes Feld!

Ich habe in Brüssel bei Inclusion Europe das Action-Team von Empower-Us kennengelernt. Weil ich schon viel Erfahrung habe, wurde ich gefragt, ob ich auch ein Teil von Empower-Us werden will. Ich finde die Arbeit bei Empower-Us sehr spannend, weil es für alle Mitarbeiter eine neue Herausforderung ist.

An was habe ich in der letzten Zeit gearbeitet?

Das Netzwerk Selbstvertretung Österreich hat sich für 4 Tage in Tirol getroffen. Es waren 122 Selbstvertreter und Selbstvertreterinnen und ihre Unterstützer und Unterstützerinnen dabei. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren aus Österreich, der Schweiz und Deutschland. Wir haben dort verschiedene Workshops gemacht.

Meine Gruppe hat eine Aktion in Innsbruck geplant hat. Wir haben eine Demonstration und ein Rollenspiel vorbereitet. Das haben wir gemacht, weil wir wollen, dass viele Menschen unsere politischen Forderungen sehen. Unsere Forderungen waren:

  • Arbeitslohn statt Taschengeld!

  • Kinder sollten nicht von Familien weggenommen werden, nur weil ihre Eltern Lernschwierigkeiten haben. Menschen mit Lernschwierigkeiten können auch gute Eltern sein!

  • Gegen die Kürzungen von Familienbeihilfe und Mindestsicherung!

  • Assistenz für jeden und jede!

  • Stopp der Diskriminierung von Menschen mit Behinderung!

Die Demonstration lief sehr gut. Es haben uns viele Menschen gesehen und ich hoffe, sie wurden neugierig, was Selbstvertretung ist.

Anfang November war ich außerdem mit meinem Team in Cambridge. Dort haben wir uns mit anderen Selbstvertretern und Selbstvertreterinnen von Kroatien, Spanien, England und Tschechien ausgetauscht.

Das war ein EU-Erasmus Projekt. Nächstes Jahr im April werden wir dazu nach Kroatien fahren. Von 8.-12. September ist das letzte Austauschtreffen in Wien.

Was hoffe ich für die Zukunft?

Für die Zukunft hoffe ich, dass sich viel in der Politik ändert. Ich will, dass Menschen mit Behinderung gleiche Rechte bekommen und ein selbstbestimmtes Leben führen können.

Dafür brauchen wir mehr Unterstützung, damit wir gute internationale vernetzung möglich machen können. Bei der internationalen Selbstvertretung ist es auch wichtig, dass Kosten übernommen werden. Vieles kann oft nicht gezahlt werden, weil die unabhängige Selbstvertretung finanziell nicht stark genug ist. Das bedeutet ein Hindernis für die internationale Selbstvertretung. Das bedeutet auch ein Hindernis für die Inklusion.

In der Zukunft wünsche ich mir auch, dass Inklusion im Bildungssystem ernst genommen wird. So kann Inklusion in der Schule und im Alltagsleben gemacht werden.